Montag, 9. November 2015

John Stephens "Emerald-Die Chroniken vom Anbeginn"

Das Ende ist nah, mein Kind.
Ich werde zu dir kommen.
Unser Schicksal ist eins.
Ich werde kommen, und 
wenn ich dich finde, wird 
die ganze Welt tanzen.

Erscheinungsjahr: 2011
Verlag: cbj
Seiten: 460
1. Teil einer Trilogie

Auf dieses wunderbare Buch stieß ich durch Zufall beim Herumstöbern in einer Bücherei. Als erstes fiel mir das fantasievolle Cover ins Auge und auch die Story versprach Gutes, was sich erfreulicherweise während des Lesens bestätigte. Die Geschwister Kate, Michael und Emma werden als unvermittelbar eingestuft von Waisenhaus zu Waisenhaus geschickt, nachdem ihre Eltern an Weihnachten vor 10 Jahren spurlos verschwanden. Nun führt sie ihre Reise nach Cambridge Falls und ins riesige Haus von Dr. Pym, in dem sie die einzigen Kinder zu sein scheinen. Doch bevor sie sich überhaupt richtig einleben können, geht das Abenteuer auch schon los. In einem ungenutzten Arbeitszimmer im Keller des Hauses finden die Kinder ein altes Buch, durch das sie ungewollt in die Vergangenheit reisen. Dort steht es schlecht um Cambridge Falls. Eine Frau namens die Gräfin lässt die Männer der Stadt, auf der Suche nach einem sehr mächtigen Gegenstand, hart unter Tage arbeiten und hat als Druckmittel deren Kinder gefangen genommen. Kate, Michael und Emma möchten die Kinder um jeden Preis befreien und müssen bald erkennen, dass ihre Rolle noch viel tiefer reicht, als sie selber jemals gedacht hätten.
John Stephens ist mit „Emerald“ ein wunderbarer Start für seine „Chroniken vom Anbeginn“-Trilogie gelungen. Den Leser erwartet eine gut durchdachte und tiefgehende Story mit teilweise verschiedenen Handlungssträngen, die sich aber nach einer gewissen Zeit wieder vereinen. Dadurch hat man das Gefühl, immer hautnah bei den wichtigsten Ereignissen dabei zu sein und nichts zu verpassen. Das Buch hält weiterhin einige Überraschungen und Wendungen bereit, die den Spannungsbogen noch zusätzlich verstärken. Was das Buch aber wirklich besonders macht, sind die starken Bindungen zwischen den Charakteren. Im Zentrum stehen Kate, Michael und Emma, die durch das Verschwinden ihrer Eltern früh auf sich allein gestellt waren und durch ihre Erfahrungen in diversen Waisenhäusern schnell gelernt haben, sich nur auf sich selber zu verlassen. Diese gemeinsame Stärke ist im gesamten Buch allgegenwärtig, ohne ins Kitschige zu verfallen, was mich an einigen Stellen wirklich sehr gerührt hat. Die Gestaltung der Nebencharaktere ist ebenfalls sehr gut gelungen und lässt die magische Welt mit ihren teils grausigen Kreaturen lebensecht und vielschichtig wirken.

Fazit:
Das Buch „Emerald“ führt den Leser in eine magische Welt, ohne dabei abgedroschene Klischees bemühen zu müssen. Die Story ist gut durchdacht und abwechslungsreich, was die Spannung konsequent hoch hält. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und wachsen einem sehr schnell ans Herz.  

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