Samstag, 17. August 2013

Suzanne Collins "Die Tribute von Panem-Gefährliche Liebe"

"Am fünfundsiebzigsten
Jahrestag werden als
Erinnerung für die Rebellen
daran, dass nicht einmal
die Stärksten unter ihnen
die Macht des Kapitols
überwinden können, die
männlichen und weiblichen
Tribute aus dem bestehenden
Kreis der Sieger ausgelost."

Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Oetinger
Seiten: 431
2. Teil einer Trilogie

Nach dem wirklich großartigen Auftakt der Panem-Reihe durch den ersten Teil "Tödliche Spiele" war ich mehr als gespannt, was mich nun im zweiten Teil erwarten würde. Das Buch steigt ein halbes Jahr nach Beendigung der letzten Hungerspiele ein und der Leser wird mit vielen neuen Dingen und Situationen konfrontiert. So leben Katniss und Peeta nun mit ihren Familien in schicken Häusern im Dorf der Sieger und führen aufgrund ihrer Prämien ein Leben im Wohlstand. Doch auch die Bürger im Distrikt 12 profitieren von dem Gewinn, durch monatliche Versorgungslieferungen aus dem Kapitol, die den schlimmsten Hunger stillen. Katniss freut sich zwar über die etwas verbesserte Situation in ihrem Distrikt, dennoch hat sich sonst alles verändert. Sie möchte eigentlich nichts lieber, als in ihr altes Leben zurück, doch das ist nicht mehr möglich. Sie fühlt sich nutzlos, da sie nun nicht mehr die Alleinversorgerin ihrer Familie ist und weiß nichts mit sich und ihrer Zeit anzufangen. Ihr Verhältnis zu Peeta und Gale ist angespannt und auch Katniss selbst ist völlig verändert. Von der toughen, zielstrebigen Kämpferin aus dem ersten Teil ist nicht viel übrig geblieben.
Genau in der Mitte des Jahres zwischen den Hungerspielen steht die "Tour der Sieger" an, bei der Katniss und Peeta durch alle Distrikte reisen und sich als Sieger feiern lassen müssen. Kurz vor der Tour stattet Präsident Snow Katniss einen Besuch ab und legt ihr offen und ehrlich dar, dass sie für das Kapitol zu einem Problem geworden ist. Die Menschen sehen sie als Hoffnungsträgerin, da sie während der Spiele mehr als nur einmal gegen die Regeln des Kapitols verstoßen hat. Snow befiehlt ihr, während der Tour keine weiteren rebellischen Akte zu unternehmen und die Leute (und vor allem ihn) weiterhin von ihrer großen Liebe zu Peeta zu überzeugen. Wenn sie es nicht schafft, würde das Konsequenzen für ihre Familie und Freunde bedeuten. Während der Tour kommt es zu ersten rebellischen Aufständen, die aufs härteste von Seiten des Kapitols bekämpft werden. Katniss` Mission der verliebten Freundin ist also gescheitert und die Strafe folgt auf dem Fuße. Beim 75. Jubel-Jubiläum soll es zu einer Sonderausgabe der Hungerspiele kommen: ein Kampf unter ehemaligen Siegern der Spiele. Das bedeutet, Katniss muss wieder in die Arena, da sie die einzige weibliche Siegerin aus Distrikt 12 ist. 
Wie man sofort sieht, hat dieses Buch einen anderen thematischen Ansatz als der erste Teil und auch sonst hat sich vieles geändert und aus meiner Sicht leider nicht zum Positiven. All die Dinge, die das erste Buch für mich zu etwas Besonderem gemacht haben, fehlen hier völlig bzw. sind abgeschwächt. Dem gesamten zweiten Teil mangelt es an dieser speziellen Atmosphäre, die einem im ersten Buch das Gefühl gab, ein Teil der Geschichte zu sein und die einen alles intensiv miterleben ließ. Dieser Teil schaffte es nicht, mich aus einer unbeteiligten Beobachterposition herauszuholen und mitten ins Geschehen zu bringen. Auch die Charakterzeichnungen finde ich im Vergleich zum ersten Teil mehr als schwach. Katniss hat sich von einer starken, zielorientierten, kämpferischen Frau, die niemals heiraten und Kinder haben wollte, zu einer zweiten Bella Swan gewandelt. Wen von beiden liebe ich denn nun? An einem Tag Peeta-am anderen Gale. Von ihrer Stärke ist auch nichts zu spüren, als sie erfährt, dass sie wieder in die Arena muss. Wo sie im ersten Teil für ihre Familie nach außen hin stark war, läuft sie hier weg und versteckt sich wie ein kleines Kind. Auch die für Katniss emotional so wichtige Verbindung zu Prim scheint hier keine Rolle mehr zu spielen und ich kann mir nicht erklären, wieso. Generell bleiben alle Personen sehr blass und es fehlt mir doch eine gewisse Tiefe bei der Darstellung.
Das Ende des Buches, das ich hier natürlich nicht verraten möchte, ist für mich ein konfuses Durcheinander, bei dem ich mir mehr Details und Informationen gewünscht hätte und das völlig lieblos dahingeschrieben erscheint.

Fazit:
Die Story hält einige Überraschungen und unerwartete Wendungen bereit, man kann sich auf das Wiedersehen mit einigen alten Bekannten freuen und auf eine wirklich interessant gestaltete Arena. 
Leider fehlt mir in diesem Teil das wirklich mitreißende Element und die Darstellung der Charaktere ist schwach. 

Wer den ersten Teil der Reihe gut fand, sollte auf jeden Fall auch den zweiten lesen, schon allein, um zu erfahren, wie es weiter geht. Jedoch sollte man vielleicht seine hohen Erwartungen etwas zurückschrauben, wenn man am Ende nicht enttäuscht sein will.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen